Technisches Training

Technisches Training ist nicht wie ein Führungskräfteworkshop auf C-Level. Es hat seine eigenen Herausforderungen. Und es verdient jemanden, der genau diese Herausforderungen kennt und mag.

Ich hatte keine Lust mehr.

Seit einer Stunde guckte ich nach dem Mittagessen in müde Augen. Natürlich merkte ich viel früher, dass die Teilnehmer:innen tief im erbarmungslosen Griff des Suppenkomas gefangen waren. Also zog ich meinen letzten Joker: Tischtennis spielen.

Zugegeben, eine etwas mutige Aktion. Beim Rundlauf in einem engen Raum bestand akute Verletzungsgefahr. Aber es führte zu zwei Dingen: Wir hatten fünfzehn Minuten gemeinsam wirklich Spaß. Und anschließend war das Mittagstief überwunden — ein neues Fenster, in dem die Gruppe bereit war, komplexe Inhalte aufzunehmen.

Solche Situationen sind mir mehr als einmal passiert. Und sie zeigen ein grundsätzliches Problem.

Was ist das spezielle Dilemma des technischen Trainings?

Technisches Training ist speziell. Es liegt in seiner Natur, dass wir nicht den ganzen Tag nette Spielchen machen können. Es gibt ein festes Lernziel und meistens nur eine einzige Chance an einem einzigen Tag. Die Auftraggeber bezahlen gut für diese Leistung und erwarten vor allem eins: dass ihre Mitarbeiter:innen am Abend mit den neu eingekauften Systemen arbeiten können.

Da bleibt nicht viel Zeit für Energizer, Gruppenübungen und Kärtchenmalen. Übrigens alles Dinge, ohne die ein gutes Training kaum auskommt. Ein technisches Training muss es aber — zumindest weitestgehend.

Und dann ist da noch das, was ich die stille Frustration nenne.

Die stille Frustration

Projektmanager kaufen wirklich tolle Systeme. Vorstände und Geschäftsführer halten Pressetermine ab und lächeln stolz in die Kamera, während sie einen Prototyp ausprobieren. IT-Mitarbeiter implementieren die Lösungen in die Systemlandschaft des Kunden. Aber alle diese Personen haben eines gemeinsam: Sie dürfen und müssen am Ende nicht mit den Systemen arbeiten.

Die Menschen, die in meinen Seminaren sitzen, durften hingegen oft nie mitsprechen. Sie hatten keinen Einfluss auf Lasten- oder Pflichtenheft. Wurden vielleicht mal gefragt, was sie sich wünschen — ehe das mit „zu teuer“ sofort wieder von der Einkaufsliste gestrichen wurde.

All das ist nachvollziehbar. Und zusätzlich sehr frustrierend für die Menschen, die mich morgens um neun Uhr mit großen Augen anschauen und sagen: „Mach mal, du Vogel.“

Kommt noch etwas dazu?

Kundentrainings sind das eine. Aber technisches Training hat noch eine zweite Seite, die oft übersehen wird: interne Schulungen. Neue Mitarbeiter:innen, die das eigene Produktportfolio kennenlernen müssen. Bestandsmitarbeiter:innen, die auf neue Systeme umgeschult werden. Teams, die verstehen sollen, was das eigene Unternehmen eigentlich verkauft.

Die Herausforderungen sind ähnlich — trockene Inhalte, enge Zeitfenster, hohe Erwartungen. Aber interne Trainings haben einen entscheidenden Vorteil: Du kannst experimentieren. Du kannst Formate ausprobieren, Methoden testen, Grenzen verschieben. Weil du die Organisation kennst, weil die Fehlertoleranz höher ist und weil niemand am nächsten Tag eine Rechnung schreibt, wenn du mal etwas Ungewöhnliches wagst.

Für mich waren interne Trainings deshalb immer die Spielwiese, auf der ich gelernt habe, was wirklich funktioniert. Und auf der ein bestimmter Januarmorgen alles veränderte.

Ein ganz normaler Januarmorgen?

Ich habe trainiert — wie ein Weltmeister. Einige Jahre lang. Im Wechsel war ich dran, hochmotivierten, teilweise schüchternen Neueinstellungen unsere Produktlandschaft zu zeigen und näherzubringen. Ich vertrete bis heute die Meinung, dass jede:r in einem Unternehmen eine grobe Idee haben sollte, was das Unternehmen eigentlich verkauft. Am Ende sind wir alle Botschafter unseres Arbeitgebers. Während und außerhalb der Arbeitszeit.

Aber an diesem kalten, nassen, dunklen Januarmorgen hatte ich keine Lust mehr.

Keine Lust mehr auf Folienschlachten.

Also setzte ich mich zwei Stunden vor dem Training hin und konzipierte eine komplett neue Schulung. Ich kürzte die PowerPoint radikal, sammelte alle Produkte zum Anfassen zusammen, fügte ein paar Spiele hinzu — und stellte mich pünktlich um neun Uhr vor die sehr netten und wohlwollenden neuen Kolleg:innen.

Ich begann mein Training mit den Worten: „Ich habe keine Lust mehr.“

Die Aufmerksamkeit war mir sicher.

Was passierte an diesem Morgen wirklich?

An diesem Tag habe ich etwas verstanden: was technisches Training sein kann, wenn man es aus der PowerPoint-Falle befreit. Die Teilnehmer:innen fassten Produkte an, probierten aus, stellten Fragen, die sie sich bei einer Folienpräsentation nie getraut hätten. Sie lachten. Sie diskutierten. Und am Ende des Tages konnten sie nicht nur erklären, was unser Unternehmen verkauft — sie hatten Lust darauf, es anderen zu erzählen.

Kein Folienset der Welt hätte das geschafft.

Gibt es nun ein Patentrezept?

Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht für dich.

Die gute Nachricht ist, dass es Methoden gibt, die für sinnvolles, gutes und zielgerichtetes technisches Training funktionieren. In Präsenz wie online.

Besonders online übrigens wird es kreativ, wenn du dir vorstellst, was Teilnehmer:innen mit ausgeschalteten Kameras vor ihren Bildschirmen wohl gerade tun, während du dich abrackerst, ein halbwegs vernünftiges Training über die Ethernet-Leitung zu senden.

Nun die schlechte Nachricht: Es gibt kein „Mit diesen 5 Tipps gelingt jedes technische Training.“ Es kommt mehr als in anderen Formaten auf die Inhalte an, auf das Produkt, auf die Besonderheiten der Teilnehmer:innen und auf die Methoden.

Kein technisches Training desselben Produkts beim gleichen Kunden wird jemals gleich ablaufen.

Und genau das macht es so anspruchsvoll. Und genau das macht es auch so spannend.

Wir erarbeiten dein technisches Training gemeinsam

Fachlich stark, aber im Training noch unsicher? Das ist häufiger als man denkt und alleine eine Frage der Vorbereitung. Genau für diese Menschen — ich nenne sie die vergessenen Experten — gibt es meist kein Angebot.

Ich finde, sie verdienen mehr als das.

Ich arbeite mit Trainern und Fachexpert:innen, die ihr Thema beherrschen, aber noch wenig Erfahrung darin haben, es wirkungsvoll zu vermitteln. In gemeinsamen Workshops entwickeln wir Methoden, Struktur und Sicherheit — damit aus Fachwissen echtes Training wird. Und ich unterstütze Unternehmen dabei, interne Schulungen so zu gestalten, dass das Vermittelte am Ende auch dort ankommt, wo es hingehört.

Technisches Training ist nicht wie ein Führungskräfteworkshop auf C-Level. Es hat seine eigenen Herausforderungen. Und es verdient jemanden, der genau diese Herausforderungen kennt und mag.

Magst du es auch? Dann lass es uns gemeinsam richtig gut machen.

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